Offener Brief – Polituren vom 03. Februar 2018 (Organspendeaktion der JU Main-Kinzig)

Sehr geehrter Herr Noll,
liebe GNZ-Redaktion,

als wir am Samstag die GNZ gelesen haben, haben wir uns ziemlich geärgert. Ihre satirischen Anmerkungen rund um die Aktion der JU Main-Kinzig zum Thema Organspende finden wir leider alles andere als amüsant. Das gilt auch für viele andere, die sich auf Facebook, per WhatsApp oder im persönlichen Gespräch an unserem Stand auf dem Hanauer Marktplatz zu Wort gemeldet haben – darunter übrigens auch Vertreter von anderen Jugend-Organisationen wie Jusos oder Julis, weil eine kaputte Niere oder eine kranke Leber eben selten nach Parteibüchern unterscheidet.

Aus Ihren Worten schließen wir, dass Sie oder Ihre Angehörigen sich noch nie ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen mussten. Da können Sie sich glücklich schätzen. 1000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland sterben, weil aufgrund der mangelnden Spendenbereitschaft kein passendes Organ gefunden werden kann, wird dieses Glück nicht zuteil.

Aber wir wollen gar nicht an ihr Gewissen appellieren, da wir davon ausgehen, dass Sie das im Grunde alles wissen und sich einfach nur das zugegebenermaßen etwas missverständliche Wortspiel mit der „Verteilaktion“ nicht entgehen lassen wollten. Besser einen Freund verloren, als einen guten Witz ausgelassen, heißt es ja manchmal.

Nun sind die JU MKK und die GNZ keine engen Freunde, wohlwollend könnte man vielleicht von Bekannten sprechen. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, aus diesem etwas unerfreulichen Aufeinandertreffen am Ende vielleicht noch etwas Positives herauszuziehen.

Wir von der JU MKK haben uns daher überlegt: Warum stellen wir nicht gemeinsam mit der GNZ-Redaktion eine „Aktionswoche Organspende“ auf die Beine? Es gibt auch in der heimischen Region Betroffene und Experten, die Ihnen sicherlich reichlich Stoff für eine interessante Artikelreihe bieten können. Das Ganze könnte man mit einer Spendenaktion, beispielsweise zu Gunsten der Deutschen Stiftung Organtransplantation, verbinden. Oder Sie veranstalten eine Diskussionsrunde zum Thema. Gerne können wir Ihnen mit Hilfe unserer Bundestagsabgeordneten Katja Leikert, die ja in der vergangenen Legislaturperiode als Berichterstatterin der CDU zu diesem Thema fungiert hat, oder unseres Kreisvorstandsmitglieds Pauline Gutmann, die sich auf JU- Landesebene dafür einsetzt, entsprechende Kontakte vermitteln. Natürlich sollte die Aktion überparteilich angelegt sein und alle relevanten Gruppen mit ins Boot geholt werden. Es geht hier nicht darum, sich zu profilieren, sondern gemeinsam etwas zu bewegen. Lassen Sie uns dafür werben, dass noch mehr Menschen einen Organspendeausweis ausfüllen und am Ende ihres Lebens zu Lebensrettern werden.

Danach können wir gerne wieder zur gewohnten Arbeitsteilung zurückkehren. Sie machen sich in den Polituren über unsere Arbeit lustig und wir liefern mit unseren Pressemitteilungen den passenden Stoff dafür. Aber den Menschen, die oft jahrelang verzweifelt auf ein Spenderorgan hoffen, denen hätten wir gemeinsam zumindest ein wenig geholfen.

Soweit unser Angebot. Wir freuen uns auf Ihre Antwort!

Herzliche Grüße

Pascal Reddig Pauline Gutmann
(JU-Kreisvorsitzender) (Stv. JU-Kreisvorsitzende)

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